Plaque de la rue Louise Weiss ǀ © Paris Kontrast

Die Rue Louise Weiss im 13. Arrondissement von Paris

Publiziert am 31/05/2012 von piahoelz

Dieser Artikel ist auch verfügbar in: Französisch

Die Straße, die ihren Namen der französischen Journalistin Louise Weiss verdankt, wirkt auf den ersten Blick etwas verloren zwischen den grauen, nichtssagenden Gebäudekomplexen im 13. Arrondissement von Paris. Aus diesem Grund kann man sich nur schwer vorstellen, dass sich hier in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre das Zentrum für zeitgenössische Kunst in Paris befand.

Galerien in der Rue Louise Weiss im 13. Arrondissement von Paris auf einer größeren Karte anzeigen

Sprudelnde künstlerische Aktivität

Und doch: Genau hier ließ sich im Jahre 1997 die Avantgarde der zeitgenössischen Kunst nieder. Unter den Pionieren befanden sich Emmanuel Perrotin, Air de Paris, Jennifer Flay, René Praz, Bruno Delavallade, Art Concept et Jousse Entreprise. Jacques Toubon erzählt in einem Interview, veröffentlicht auf “Parisart”, wie es zum Erfolg der Rue Louise Weiss kam. Der damalige Bürgermeister des 13. Arrondissements und große Fan zeitgenössischer Kunst wurde von einer Gruppe junger Kunstschaffender kontaktiert, die auf der Suche nach Räumlichkeiten zu erschwinglichen Mieten (die Mieten im Marais-Viertel, schon damals Epizentrum zeitgenössischer Kunst, sind prohibitiv) waren. Die künftigen großen Galeristen zeitgenössischer Kunst waren damals von einem Kollektivgedanken angetrieben, was Jacques Toubon besonders gut gefiel. Er bewirkte, dass den jungen Leuten Räumlichkeiten des Finanzministeriums zur Verfügung gestellt wurden. Von da an entwickelte sich die Rue Louise Weiss zu einem unumgänglichen Ort für zeitgenossische Kunst in Paris.

Abstieg

Allerdings mangelte es den Galerien bald an Ausstellungs- und Lagerplatz. Zu große Formate und zu viele Kunstwerke angesichts zu kleiner Räumlichkeiten. Laut Jacques Toubon verschuldeten diese materiellen Faktoren den Niedergang der Rue Louise Weiss. Hinzu kam eine politische Unzulänglichkeit: Die neue Mannschaft im Bürgermeisteramt des 13. Arrondissements unterstützte das Projekt nicht mehr. Die Galeristen gingen einer nach dem anderen fort….

Wiederbelebung

Dennoch geben einige Galeristen nicht auf und glauben an das Potential der Straße, die ganz in der Nähe des neuen Viertels rund um die Nationalbibliothek Frankreichs (BNF)  liegt. So stellt der Galerist Christophe Daviet-Thery fest (siehe den 2011 im Magazin “Le Point.fr” veröffentlichten Artikel), dass sich die Rue Louise Weiss wiederbelebt. Heute finden sich hier avantgardistische Galerien, die sowohl junge als auch international renommierte Künstler ausstellen:

Air de Paris
32, rue Louise Weiss
T. +33 1 44 23 02 77
fan@airdeparis.com
www.airdeparis.com

Christophe Daviet-Thery
34, rue Louise Weiss
T. +33 1 53 79 05 95
Daviet-thery@wanadoo.fr
www.daviet-thery.com

Triple V
24, rue Louise Weiss
T. +33 6 07 66 02 79
info@triple-v.fr
www.triple-v.fr

Rosenblum Collection and Friends (Privatsammlung)
183, rue du Chevaleret
info@rosenblumcollection.eu
www.rosenblumcollection.fr

Jeden Samstag um 11 Uhr und um 15 Uhr werden Führungen für Gruppen ab 15 Personen organisiert. Eine Anmeldung im Voraus ist erforderlich. Die Führung dauert rund 1 Stunde. Der Teilnahmebeitrag beträgt 10 Euro für Erwachsene und 5 Euro für Studenten. Der Eintritt ist frei für Kinder unter 12 Jahren.

DISPLAY art projects (Büro für Kunstberatung)
10, rue Duchefdelaville
T. +33 6 08 32 68 06
liza@display-artprojects.com
www.display-artprojects.com

Bétonsalon (Zentrum für Kunst und Wissenschaft)
9, rue esplanade Pierre Vidal-Naquet
T. +33 1 45 84 17 56
info@betonsalon.net

onestar press
Three Star Books
(Kunstbuchhandlung)
49, rue Albert
T. +33 6 63 01 22 87
www.onestarpress.com
www.threestarbooks.com

Die Galerien sind geöffnet von Di bis Sa von 11 bis 19 Uhr.
M° 6 Station Chevaleret

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