Blick auf die Museumsfassade am Ende des Winters © Thérèse Hilbold

Das Musée de la Vie romantique: Eine Idylle im 9. Bezirk von Paris

Publiziert am 04/05/2013 von theresehilbold

Dieser Artikel ist auch verfügbar in: Französisch

Es ist einer der schönsten und geheimsten Orte von Paris. Ein italienisch anmutendes Stadtpalais, versteckt am Ende einer gepflasterten Sackgasse, mit großen grünen Fensterläden, Rosen, Glyzinien, Flieder… Das Musée de la Vie romantique, erbaut im Jahr 1830, war im 19. Jahrhundert das Wohnhaus des Malers Ary Scheffer und ein Ort des  literarischen und künstlerischen Lebens in Paris.

Heute beherbergt es wertvolle Andenken an George Sand, aus ihrem Eigentum von Nohant, sowie zahlreiche Gemälde und Skulpturen von Frederic Chopin, Ernest Renan, la Malibran, der Familie von Orléans…

An einer Wand hängt ein erlauchter Ahnenstammbaum mit berühmten Vorfahren George Sands, darunter die Großmutter Marie Aurore de Saxe, die eine leibliche Tochter des Maréchal Maurice de Saxe war. Man kann sich auch für ihre Möbel und ihren Schmuck begeistern, Alltagsgegenstände und Familienerinnerungen, wovon ihr ein Stück besonders am Herzen lag: Ein Rubin-Ring, ein Geschenk von la Dauphine, Mutter von Louis XVI., an ihre Nichte Marie-Aurore, Großmutter der Schriftstellerin.

Ein kleiner “Salon George Sand”, im Erdgeschoss, vereint ihr berühmtes von Auguste Charpentier angefertigtes Porträt, Familien-Gemälde, einen Schreibtisch im Louis XV. Stil, zwei ausziehbare Sessel, zwei niederländische Stühle, die ihr gehörten…

Die erste Etage ist dem ersten Hausbesitzer, Ary Scheffer, niederländischer Herkunft, gewidmet, der im Jahre 1811 mit seinen Brüdern nach Paris kam und schnell Bekanntheit in der Hauptstadt erlangte mit seinem Gemälde von La Fayette im Jahr 1818.

Das Haus, in dem Bezirk “Nouvelle Athènes” gebaut, wird von zwei kleinen Gebäuden flankiert: Auf der linken Seite ist das Arbeits- und Wohnzimmer, ein großer Raum, in dem Scheffer an jedem Freitag die damalige intellektuelle und politische Elite empfing: George Sand und Chopin, natürlich, aber auch Thiers, Rossini, Delacroix, Berlioz, Liszt und Dickens. Auf der rechten Seite befand sich das Malatelier des Bruders Ary Scheffers, Henry, und seiner Schülern.

- Diese beiden Räume werden für Wechselausstellungen genutzt, die nächste wird im September 2013 eröffnet, zu dem Thema: Die gemalte Skizze in der Romantik (17. September 2013 – 2. Februar 2014).

- Vom 23. April bis zum 31. Juli 2013 bietet das Museum außerdem die Hängung neuer Werke, um die  jüngsten Akquisitionen hervorzuheben.

- Themenspaziergänge rund um die Romantik:
Die Romantik-Liebhaber können die Umgebung des Quartiers “La Nouvelle Athènes“   bei einem Spaziergang auf den Spuren großer Persönlichkeiten der Romantik erkunden: George Sand, Pauline Viardot, Mademoiselle Mars, Victor Hugo, Frederic Chopin, Franz Liszt, Eugène Delacroix, Théodore Géricault, Honoré de Balzac.
Dauer: 1:30. Ohne Reservierung.
Treffpunkt am Museums-Eingang, an jedem Dienstag um 14.30 Uhr.

Erwachsene: 7,50 €
Über 60-Jährige und unter 18-Jährige
: 6 €

- Unter keinen Umständen sollten Sie eine Feinschmeckerpause im Teesalon “Un thé dans le Jardin” auf der rechten Seite des Museums verpassen. Von März bis Oktober macht man es sich gemütlich, entweder im vor der Zugluft geschützten Gewächshaus oder im Schatten der großen Bäume im Garten. Geöffnet dienstags bis sonntags von 10 bis 17.30 Uhr.

Musée de la Vie romantique
Hôtel Scheffer-Renan

16 rue Chaptal
75009 Paris

Metro: Saint-Georges, Pigalle, Blanche, Liège
Bus: 67, 68, 74, 30
Tel. : 00 33 (0)1 55 31 95 67 

Öffnungszeiten
Geöffnet täglich von 10 bis 18 Uhr, außer montags und an Feiertagen.

Eintrittspreise:
Dauerausstellung: kostenfrei
Wechselausstellung: unterschiedliche Preise

Übersetzung: Pia Hölz

Download Artikel als PDF

Copyright © 2017