Ein Bündel von Zimbelkräutern mit rund 30 geöffneten Blumen - cc-by-sa

Biodiversität: nach den Wildpflanzen werden die Zimbelkräuter gemessen

Publiziert am 30/05/2013 von theresehilbold

Dieser Artikel ist auch verfügbar in: Französisch

Die Initiative “Sauvages de ma rue” war ein voller Erfolg: Die Pariser mobilisierten sich en masse, um die in den Zwischenräumen Pariser Bürgersteige wachsenden Wildpflanzen zu suchen, zu beschreiben und zu fotografieren. Ein Experiment der “partizipativen Wissenschaft”, durchgeführt unter der Schirmherrschaft des Muséum national d’Histoire naturelle und Tela Botanica, des Netzwerks der französischen Botanik.

Nun geht es einen Schritt weiter: Die Untersuchung zur Bestäubung in der Stadt, anhand der Beobachtung einer kleinen lila und mauvefarbenen Blume: des Mauer-Zimbelkrauts. Diese Blume, die die zarte Form eines kleinen Löwenmauls oder eines gelben Frauenschuhs hat, wird auch “Ruine von Rom” genannt und als Klettermeister beschrieben, aufgrund ihrer Fähigkeit, sich überall in die alten Steine einzunisten​​, auch in die unzugänglichsten Mauerritzen.

Die Pariser mit Bewusstsein für Biodiversität werden dazu eingeladen, sich mit einem doppelten Lineal, einem Notizblock und einem Bleistift zu bewaffnen, um in den Straßen die von Juni bis Oktober blühenden Pflanzen zu finden.

Sie folgen dann einer sehr präzisen Vorgabe: Der Ort und der Zeitpunkt des Fundes, die Zahl der blühenden Blumen an einem Bündel von Zimbelkraut werden notiert und vor allem wird mit einem doppelten Lineal die Breite des größten Blütenblattes der Blume gemessen. Man wiederholt den Vorgang bei fünf Blumen, die zu demselben Bündel gehören.

Alle gesammelten Informationen sind per E-Mail an Tela Botanica zu senden.

Die Hypothese der Forscher ist, dass die Größe der Blütenblätter eng mit der Insektenbestäubung zusammenhängt: Je größer die Blüten, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Bestäubung durch Bienen oder andere Insekten stattfand.Man könnte daraus folgern, dass kleine Blütenblätter darauf hindeuten, dass es in einigen Quartiers nur wenige Insekten gibt und dass die Befruchtung der Blumen durch andere Mittel erfolgt ist, nach dieser Hypothese, die noch überprüft werden muss.

Die Initiative “Sauvages de ma rue”, die im Jahr 2011 begann, hat dazu angeregt im vergangenen Jahr 624 verschiedene Wildpflanzenarten in den Straßen von Paris zu beobachten. 1000 Pariser Straßen wurden durch “Téla-Botanisten” durchkämmt… Das Projekt wird nun auf ganz Frankreich ausgeweitet.

Kontakt:

http://www.tela-botanica.org/site:accueil
http://www.tela-botanica.org/operation:cymbalaire

Übersetzung: Pia Hölz

Download Artikel als PDF

Copyright © 2017